Über mich

Selbstporträt

Ich habe Pause gemacht. Ungefähr zwanzig Jahre lang bis zum Herbst 2012. Zwanzig Jahre lang habe ich nur noch geknipst und nicht mehr fotografiert. Weshalb das so war, weiß ich nicht. Weshalb ich jetzt plötzlich wieder fotografieren möchte, weiß ich auch nicht. Manche Dinge sind eben so, wie sie sind.

Als ich fünf Jahre alt war, habe ich mir von meinen Eltern eine Fotokamera gewünscht. Sie ließen mich zappeln. Immerhin gab mir meine Mutter ein großes, klobiges Tischfeuerzeug, mit dem ich üben sollte, mit ruhiger Hand auszulösen, damit „später mal“ die Bilder nicht verwackeln würden. Jahre später (vielleicht war es auch nur ein paar Wochen danach, denn ich war noch immer fünf) bekam ich sie dann, meine erste Kamera: Eine Kodak Instamatic 104. Damit knipste ich dann, bis ich so um die vierzehn war. Dann erfuhr ich, was Kleinbildkameras von Instant-Kameras unterscheidet, wozu Blende und Verschlusszeit gut sind und warum es nicht immer ein Kompliment sein muss, wenn jemand sagt, dass ein Bild aussieht wie eine Postkarte. Ich hatte mein bis dahin liebstes Hobby gefunden.

In jenen Jahren, in denen alle Kameras noch analog waren und alle Telefonzellen gelb, Computer und Mäuse völlig getrennte Existenzen führten; zu jener Zeit, als es zwei Deutschländer gab, Twix noch „Raider“ hieß, und „Euro“ keine Währung war, sondern eine Vorsilbe – zu jener Zeit fotografierte ich sehr viel und sehr, sehr gerne.

Irgendwann hieß Raider „Twix“, die Telefonzellen entfärbten sich magentagrau, wurden von kabellosen Geräten verdrängt, die die Leute „Handy“ nannten und die digital telefonierten. Zu dieser Zeit wurden auch die Kameras digital, und dann die ganze Fotografie. Und ich hörte auf, zu fotografieren und bezahlte meine Knips-Kameras in Vorsilben.

Nun habe ich wieder Lust auf die Fotografie. Wie schon gesagt, weiß ich nicht, weshalb das so ist. Es ist einfach so. Ich nenne mich „Godwi“.

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